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KI-Kompetenz: Regeln wirken, wenn Wissen existiert

Bereits in einem unserer früheren Beiträge über AI Fatigue wurde herausgearbeitet wie wichtig es ist, mit seinen Mitarbeitern nachhaltige KI-Richtlinien zu teilen. Darin kann festgelegt werden, welche KI-Tools für die tägliche Arbeit genutzt werden können oder welche Daten mit der KI geteilt werden dürfen und welche nicht.
KI-Richtlinien dokumentieren jedoch nicht, welche Antworten der KI richtig und plausibel sind.
Verantwortungsvolle KI-Nutzung beginnt deshalb nicht beim Regelwerk, sondern bei Menschen, die neben fachlicher Expertise die technische Kompetenz besitzen, KI zu verstehen und anzuwenden. (Vgl. Hayes/Downie/Gomstyn/Jonker, 2026)

Was bedeutet KI-Kompetenz?

KI-Kompetenz oder im Englischen bekannt als AI literacy, beschreibt mehr als nur effizientes Prompting. Es umfasst den sicheren, sachkundigen und verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie deren Einordnung in Bezug auf Chancen und Grenzen. KI-Kompetenz verbindet somit das Verständnis und die Prüfung mit dem reflektierten Umgang von KI (vgl. Hayes/Downie/Gomstyn/Jonker, 2026):

  • Verständnis, wofür ein System geeignet ist
  • Kritisches Prüfen von Ergebnissen (vgl. Human-in-the-Loop)
  • Beachtung von Datenschutz, Vertraulichkeit und Zugriffserlaubnis

Zwischen KI-Anwendung und KI-Verständnis in der Versicherungswirtschaft

Laut einem EIOPA-Bericht aus 2026 nutzten fast zwei Drittel der Versicherungsunternehmen bereits aktiv künstliche Intelligenz. Gleichzeitig wurde im Rahmen des Berichts benannt, dass neben Datenschutz-, Sicherheitsbedenken und gesetzlichen Regularien auch qualifiziertes Personal eine der größten Herausforderungen bei der Einführung von KI-Systemen darstellt. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit der Förderung von KI-Kompetenz in Unternehmen aus der Versicherungsbranche. (Vgl. EIOPA, 2026)

Dabei muss man jedoch eindeutig unterscheiden: Mehr Wissen über KI führt nicht automatisch auch zu größerer Offenheit gegenüber KI (Lesen Sie auch unseren Artikel über AI Fatigue!). (Vgl. Longoni/Appel/Tully, 2025)

KI-Kompetenz praxisnah und rollenbezogen stärken

Das übergeordnete Ziel von KI-Kompetenz ist daher nicht, dass jeder Mitarbeiter künstliche Intelligenz mit größter Begeisterung annimmt. Der Fokus sollte demnach darauf liegen, dass Teams in Bezug auf KI Entscheidungen treffen können mit realistischen Erwartungen, einem kritischen Blick auf die Ergebnisse und einem klaren Verständnis ihrer Verantwortung.

KI-Kompetenz ist dabei nicht nur eine Frage einzelner Schulungen, sondern auch Teil von Cultural Change innerhalb eines Unternehmens. Neue KI-Anwendungen verändern Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und Formen der Zusammenarbeit. Interne Qualifizierung und ein begleitetes Onboarding sollten daher von Beginn an als fester organisatorischer und finanzieller Aufwandspunkt eingeplant werden. (Vgl. OECD, 2025)

Ein effektiver Ansatz könnte sein, seine Mitarbeiter rollenbezogen und praxisnah zu schulen. Das bedeutet: 

  • Einsatzfälle sichtbar machen: Welche KI-Systeme werden im Unternehmen für die jeweiligen Aufgaben verwendet? Wer behält die Verantwortung?
  • Grundlagen vermitteln und stärken: Wo liegen Grenzen und Gefahren der KI? Auf Grund welcher Datenbasis entstehen Ergebnisse? Wo können Datenschutzrisiken entstehen?
  • Hands-on-Training: Eigene Anwendungsfälle testen und daraus für die Praxis lernen.
  • Austausch ermöglichen und unterstützen: Fragen und Erfahrungen im Team offen besprechen und Kollegen dort unterstützen, wo noch Unsicherheiten bestehen.

Je nach Rolle im Team und der vorhandenen Expertise sollten Beispiele und Entscheidungsregeln besprochen werden. Auch Grenzfälle und Eskalationswege dürfen beleuchtet oder gute und fehlerhafte KI-Ergebnisse als praxisnahe Beispiele verglichen werden. (Vgl. Europäische Kommission, 2026)


Faktencheck

Das KI-Regelwerk gibt Orientierung. Die KI-Kompetenz hilft Mitarbeitern im entscheidenden Moment, richtig zu handeln. Erst wenn Anwender verstehen, welche Möglichkeiten ihnen mit KI zur Verfügung stehen, wo auch Grenzen der KI liegen bzw. wann Human Oversight gefordert wird, wird mit Unterstützung von Cultural Change im Unternehmen aus moderner Technologie ein verlässlicher Bestandteil des Arbeitsalltags mit kompetenten Mitarbeitern.


QUELLEN:

EIOPA (2026). EIPOA-Umfrage zur generativen KI zeigt rasche, aber vorsichtige Akzeptanz bei den europäische Versicherern. https://www.eiopa.europa.eu/eiopa-survey-generative-ai-shows-swift-cautious-adoption-among-europes-insurers-2026-02-02_en?prefLang=de (06.10.2026)

Europäische Kommission (2026). KI-Kompetenz – Fragen & Antworten. https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/faqs/ai-literacy-questions-answers (06.10.2026)

Hayes, M./Downie, A./Gomstyn, A./Jonker, A. (2026). KI-Komptenz: Schließen der Qualifikationslücke im Bereich der künstlichen Intelligenz. https://www.ibm.com/de-de/think/insights/ai-literacy (06.10.2026)

Longoni, C./Appel, G./Tully, S. (2025). Why Understanding AI Doesn’t Necessarily Lead People to Embrace It. https://hbr.org/2025/07/why-understanding-ai-doesnt-necessarily-lead-people-to-embrace-it (06.10.2026)

OECD/BCG/INSEAD (2025). The Adoption of Artificial Intelligence in Firms: New Evidence for Policymaking. https://doi.org/10.1787/f9ef33c3-en (12.10.2026)

Human oversight

Human control & KI

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags und unterstützt uns in immer mehr Bereichen. Doch überzeugende Ergebnisse sind nicht automatisch richtige Ergebnisse: Generative KI kann Inhalte erzeugen, die selbstsicher formuliert, aber sachlich falsch oder unvollständig sind. Umso wichtiger ist es, vor ihrem Einsatz festzulegen, welche Aufgaben ein System übernehmen darf, wer die Ergebnisse prüft und wer bei Bedarf eingreifen kann.

Dabei gilt:

  • KI kann halluzinieren und fehlerhafte Ergebnisse erzeugen.
  • KI trägt keine Verantwortung für Entscheidungen.
  • KI benötigt klare Grenzen und eindeutig definierte Zugriffsberechtigungen.
  • Fehler können automatisiert, vervielfältigt und in Prozesse übernommen werden.

Für die Einbindung menschlicher Kontrolle in KI-gestützte Prozesse gibt es verschiedene Konzepte. Im folgenden Abschnitt werden die Begriffe Human Oversight, Human-in-the-Loop, Human-in-Command und Human-on-the-Loop gegenübergestellt und voneinander abgegrenzt. Wichtig: Diese Leitlinien sind eine Orientierung, keine rechtlich verbindliche Begriffsdefinition. 

Human Oversight: Menschen behalten den Handlungsspielraum

Human Oversight ist der übergeordnete Rahmen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Verantwortliche Personen müssen Ergebnisse im passenden Kontext beurteilen und bei Bedarf korrigieren, steuern oder einen Prozess stoppen können. Wie eng und intensiv diese Kontrolle ausgestaltet sein sollte, hängt vom Risiko, der Autonomie und dem Einsatzkontext des Systems ab. (Vgl. EUR-Lex. 2024)

Der Mensch überwacht das KI-System und seine Auswirkungen. Gemeint ist ein verlässlicher Rahmen aus klaren und transparenten Zuständigkeiten, nachvollziehbaren Informationen und definierten Berechtigungsgruppen. Ergebnisse sollen dabei aktiv hinterfragt, korrigiert oder überarbeitet werden.

Human-in-the-Loop

Ein Verfahren oder ein Prozess, bei dem ein Mensch aktiv am Betrieb, Überwachung oder bei Entscheidungen eines automatisierten Systems beteiligt ist, nennt man „Human-in-the-Loop“ (HITL). Im Kontext von KI wird dabei ein Kontrollpunkt geschaffen, in dem ein Mensch an einem bestimmten Punkt in den KI-Workflow eingreift und einzelne Entscheidungen prüft, bestätigt oder korrigiert, bevor der Prozess fortgesetzt wird. Der Mensch behält nicht nur die Kontrolle und überwacht, er entscheidet aktiv mit. (Vgl. Stryker, 2026)

Beispiel aus der Praxis: Die KI erkennt in einer E-Mail Angaben zur Änderung in den Kundenstamm-Daten und schlägt eine Aktualisierung der Kundendaten vor. Ein Mitarbeiter kontrolliert die Änderungsvorschläge und gibt sie frei, bevor sie tatsächlich im System übernommen werden.

Human-in-Command

Im Vergleich zu Human-in-the-Loop behält der Mensch bei „Human-in-Command“ die übergeordnete Steuerung und Verantwortung über ein KI-System. Der Anwender gibt dabei die Richtung vor, definiert die Regeln und behält dadurch auch hier die Kontrolle. (Vgl. Europäische Kommission, 2024)

Beispiel aus der Praxis: Ein KI-Agent kann eigenständig Schadendaten analysieren, den Prozess zum Schadenmanagement anstoßen und beispielsweise eine E-Mail an den Versicherer vorbereiten. Der Sachbearbeiter muss dabei nicht jede einzelne Aktion freigeben, er entscheidet aber klar, welche Aufgaben die KI übernehmen darf, auf welche Daten sie Zugriff hat, welche Richtlinien und Grenzen gelten oder wann ein Mensch eingreifen muss.

Human-on-the-Loop

Das System kann handeln, während Menschen es überwachen und bei Auffälligkeiten eingreifen. Die EU-Ethikleitlinien nennen „Human-on-the-Loop“ neben Human-in-Command und Human-in-the-Loop, als mögliche Formen menschlicher Aufsicht. (Vgl. Europäische Kommission, 2024)

Beispiel aus der Praxis: Ein KI-gestützter Workflow ordnet eingehende Dokumente automatisch einem Schaden- oder Vertragsvorgang zu und fordert bei fehlenden Standardunterlagen selbstständig eine Ergänzung an. Mitarbeitende geben nicht jede einzelne Zuordnung frei. Sie überwachen jedoch über definierte Kennzahlen, Ausnahmen und Fehlerhinweise, ob der Prozess zuverlässig arbeitet. Bei ungewöhnlichen Daten, wiederkehrenden Fehlzuordnungen oder sensiblen Vertragsänderungen können sie den Workflow anhalten, Regeln anpassen und betroffene Vorgänge in eine manuelle Prüfung überführen.

Gerade im Versicherungsumfeld sollte Human Oversight risikobasiert ausgestaltet sein. Ein KI-gestütztes Dokumentenrouting benötigt nicht dieselbe Kontrolltiefe wie eine Anwendung, die Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen auf Kundinnen und Kunden vorbereitet. Entscheidend sind klar definierte Rollen, Eskalationswege, Eingriffsrechte und ausreichend qualifizierte Mitarbeitende.

EBU empfiehlt: KI niemals blind vertrauen

In einer Studie der Europäischen Rundfunkunion aus dem Jahre 2025 wurden die populärsten KI-Systeme auf Zuverlässigkeit getestet. In der BBC-/EBU-Studie wurden mehr als 3.000 Antworten von KI-Assistenten auf Nachrichtenfragen bewertet. 45 Prozent der Antworten enthielten mindestens ein erhebliches Problem und bei 20 Prozent wurden erhebliche Genauigkeitsprobleme festgestellt. (Vgl. EBU, 2025/Tagesschau, 2025)

Natürlich werden KI-Systeme kontinuierlich leistungsfähiger, schneller und präziser, während sich ihre Fehlerquote zunehmend reduziert. Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ist außergewöhnlich und mit früheren technologischen Fortschritten kaum vergleichbar. Dennoch sollten wir uns nicht vollständig auf die Ergebnisse von KI-Systemen verlassen.


Faktencheck

Umso wichtiger bleibt aktuell eine menschliche Kontrolle bei automatisierten Arbeitsprozessen. Eine aktuelle Vergleichsstudie aus dem Jahr 2026 aus den Proceedings of the National Academy of Sciences kam sogar zu dem Ergebnis, dass in einer konkret gestellten Aufgabe zur Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Forschungsergebnisse , der Mensch ganz ohne KI-Hilfe eine niedrigere Fehlerquote erreicht, als mit KI. (Vgl. Brodeur et.al, 2026) Technisch sind wir bereits dort angekommen, dass die KI 100% unserer Arbeitsprozesse problemlos übernehmen könnte. Die entscheidende Frage lautet deshalb: wo vertrauen wir der KI und wo muss die Entscheidungshoheit weiterhin beim Menschen bleiben?


Quellen

EUR Lex (2025). REGULATION (EU) 2024/1689 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN-DE/TXT/?uri=CELEX:32024R1689&utm_ (02.10.2026)

Stryker, C. (2026). Human in the Loop https://www.ibm.com/think/topics/human-in-the-loop (02.10.2026)

Europäische Kommission (2024): Ethikleitlinien für vertrauenswürdige KI https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/library/ethics-guidelines-trustworthy-ai (02.10.2026)

EBU (2025). News Integraty in AI Assistance https://www.ebu.ch/Report/MIS-BBC/NI_AI_2025.pdf (02.10.2026)

Tagesschau (2025). KI erfindet jede dritte Antwort https://www.tagesschau.de/wissen/technologie/kuenstliche-intelligenz-fakten-100.html (02.10.2026)

Brodeur et al. (2026). AI-assisted teams outperform AI-led teams but not human-only teams in assessing research reproducibility in quantitative social science, Proceedings of the National Academy of Sciences, 123(22)

Sicher unterwegs: Nicht der Prompt schützt Systeme, sondern ihre Architektur

KI sicher in Arbeitsprozesse integrieren

Cybersicherheit beginnt nicht erst mit dem ersten Hackerangriff. Proaktives Handeln im Bereich Sicherheit startet bereits mit Berechtigungssystemen und Zugriffseinschränkungen. Wer darf auf welche Daten zugreifen? Welche Systeme dürfen miteinander kommunizieren? Welche Arbeitsschritte dürfen automatisiert ausgeführt werden? Je mehr Unternehmen ihre Prozesse automatisieren und vernetzen, oder KI einsetzen, desto wichtiger wird ein belastbarer Sicherheitsrahmen. Gerade in der Versicherungsbranche können Ausfälle, manipulierte oder falsche Informationen sowie unberechtigte Zugriffe schwerwiegende und weitreichende Folgen vom Kunden bis zum Versicherer haben.

Ein Prompt ist keine Sicherheitsarchitektur

Dabei ist künstliche Intelligenz nicht per se das Risiko. Ein System, das zu viele Handlungsmöglichkeiten und Rechte erhält, kann ein großes Gefahrenpotenzial enthalten. KI handelt nicht aus eigenem Antrieb, sondern zielorientiert. Sie versucht, einen erteilten Auftrag mit den verfügbaren Mitteln zu erfüllen und kann dabei vorhandene Lücken oder Schwachstellen nutzen, wenn diese sie zur Lösung führen.

In einem kontrollierten Forschungsversuch von Palisade Research wurde daher im Jahr 2025 zum „Specification Gaming“ in einer isolierten Docker-Testumgebung – auch KI-Regulatory-Sandbox (vgl. verifywise.ai, 2026) genannt – KI-Agenten im Rahmen eines Schachspiels Zugriff auf die lokale Spielumgebung gewährt. Man wollte herausfinden, wie KI-Modelle ein System „austricksen“, wenn sie eine schwierige Aufgabe lösen sollen. Als einige KI-Agenten erkannten, dass sie regulär nicht gewinnen konnten, überschrieben sie kurzerhand die Brettstellung oder ersetzten die gegnerische Maschine, um zu siegen. Das offizielle Ziel lautete dabei schlicht, dass sie das Spiel gewinnen sollen. Man erkannte, dass KI-Agenten mit konkretem Ziel und weitreichenden Zugriffsrechten auch unerwartete Wege wählten, um ein Ziel formal zu erfüllen. (Vgl. Palisade Research, 2025)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Ein Prompt kann beschreiben, was ein KI-System tun soll. Er setzt jedoch keine Leitplanken für Cybersicherheit oder garantiert eine sichere Systemarchitektur. Entscheidend ist, auf welchen Daten, Werkzeuge und Schnittstellen ein KI-Agent tatsächlich zugreifen kann und darf oder wo er ohne eine menschliche Freigabe nicht weiter agieren kann.

Ein klar definierter Rahmen für den Handlungsraum, in dem sich ein KI-Agent bewegen darf, ist daher die Grundvoraussetzung für sicheres Arbeiten. Stark limitierte und transparente Zugriffsberechtigungen und gezielt begrenzte APIs für Ihr ERP sind der erste Schritt. Kontrollpunkte durch menschliche Freigaben sichern die Arbeit – besonders mit sensiblen Daten – zusätzlich ab. Regelmäßige Software-Updates, gesicherte Backups und kontinuierliches Monitoring können außerdem dazu beitragen, dass man einen sicheren Umgang mit KI fördert. (Vgl. GenAI, 2026)


Faktencheck

Als modernes, wettbewerbsorientiertes Unternehmen sollten Vorkehrungen und Cybersicherheitsmaßnahmen kontinuierlich überwacht und gestärkt werden. Wenn künstliche Intelligenz in einem klar definierten Rahmen arbeiten kann, kann sie auch Prozesse effizienter gestalten, ohne Risiken im Bereich Sicherheit oder Datenverlust zu schüren. Innovation und Sicherheit können miteinander wachsen, wenn man sich der Gefahren bewusst ist und aktiv daran arbeitet, das Risiko so gering wie möglich zu halten.


Quellen

Palisade Research „Demonstrating specification gaming in reasoning models“ (2025): https://palisaderesearch.org/research/specification-gaming

GenAI „LLM06:2025 Excessive Agency“ (21.09.2026): https://genai.owasp.org/llmrisk/llm062025-excessive-agency/

verifywise.ai: „Ki-Regulatory-Sandbox“ (23.09.2026): https://verifywise.ai/de/lexicon/ai-regulatory-sandbox

Brauchen wir Grenzen für KI?

EU AI Act: Warum brauchen wir Grenzen für KI?

In den vergangenen Tagen haben führende Köpfe der KI-Branche zu mehr Sicherheit und klareren Regeln aufgerufen. Anthropic-Chef Dario Amodei fordert, den Wettlauf um immer leistungsfähigere KI-Systeme zu verlangsamen und verbindliche Sicherheitsstandards zu schaffen. Unterstützung erhielt er unter anderem von OpenAI-Chef Sam Altman. Die aktuelle Debatte zeigt: Je schneller sich KI entwickelt, desto wichtiger wird die Frage, wie ihr Einsatz verantwortungsvoll gestaltet werden kann.
Europa hat darauf bereits mit einem verbindlichen Rahmen reagiert: dem EU AI Act. Die Verordnung setzt klare Leitplanken, was die Verwendung von KI betrifft. Damit möchte die EU Innovation ermöglichen und zugleich Sicherheit und Transparenz gewährleisten und stärken.


Gerade für die Versicherungswirtschaft ist das relevant. Denn dort kann KI Arbeitsprozesse vereinfachen, Informationen strukturieren und Entscheidungen vorbereiten – oft mit unmittelbaren Auswirkungen auf Kunden. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu klären, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann und wo klare Grenzen erforderlich sind.

Fortschritt braucht einen Rahmen

Auch vor dem Zeitalter von künstlicher Intelligenz ist der Staat eingeschritten, wo Technologie erhebliche Auswirkungen auf Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft haben kann. Im Rahmen von Produkt- und Verbraucherschutz, Datenschutz oder Wettbewerbsregeln wurden bereits Grenzen geschaffen, damit ein reibungsloses Entwickeln von Technologie, Gesellschaft und Wirtschaft möglich gemacht werden kann. 

Wichtig ist dabei, dass der EU AI Acts nicht pauschal künstliche Intelligenz reguliert, sondern einen besonderen Fokus auf das Risiko bei der Nutzung von KI legt. Für Versicherer, Assekuradeure, Vermittler und Versicherungsmakler ist deshalb vor allem entscheidend, wofür künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag eingesetzt wird und welche Auswirkungen dies auf ihre Kunden hat.

Generell unterscheidet der EU AI Act zwischen verbotenen, hochriskanten, transparenzpflichtigen sowie gering oder nicht regulierten KI-Anwendungen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass nicht jede KI-Anwendung automatisch ein Hochrisiko-System ist.

Verantwortung muss transparent bleiben

Governance und Sicherheit sind dabei die Begriffe, die bei der Nutzung von KI einen erheblichen Unterschied beschreiben. Innerhalb eines Unternehmens muss zwingend geklärt werden, wie Verantwortlichkeiten verteilt sind, welche Daten genutzt werden und dass Human Oversight für Revision und Kontrolle gewährleistet ist.

Auch für uns als Softwarehersteller von der Versicherungsplattform openVIVA beginnt verantwortungsvoller KI-Einsatz nicht erst beim Algorithmus. Es beginnt bereits mit einem klar definierten Einsatzzweck der KI, nachvollziehbaren Daten, transparenten Produktfunktionen sowie eindeutig geregelten Verantwortlichkeiten.

Ein treffendes Beispiel aus dem Arbeitsalltag ist dabei die im EU AI Act beschriebene Transparenzpflicht bei bestimmten KI-Anwendungen. Es muss z. B. für User stets erkennbar sein, wenn sie direkt mit einem KI-System interagieren.


Fakten-Check

Der EU AI Act ist keine Gefahrenzone für Innovation. Er ist der Versuch, Innovation in einen Rahmen zu setzen, in dem Sicherheit, Governance und Transparenz mitwachsen können. Besonders in einer Branche wie der Versicherungswirtschaft, wo Entscheidungen erhebliche Auswirkungen auf Kunden haben können, basiert ein verantwortungsvoller KI-Einsatz auf klaren Prozessen, strukturierten Daten und transparenter Umsetzung. 


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Einordnung konkreter KI-Anwendungen hängt jeweils von ihrem Einsatzzweck, ihrer Ausgestaltung und der Rolle des Unternehmens ab.

Quellen

Tagesschau (2026. KI-Bosse wollen weniger Tempo und mehr Regulierung https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/ki-anthropic-106.html (13.09.2026)
Europäische Kommission: KI-Gesetz (2026). https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/regulatory-framework-ai (14.09.2026)

Nachfolge gesichert: Lea Böddecker wird Teil der neuen Geschäftsführung bei mb Support GmbH

Seit mehr als 20 Jahren steht mb Support für Stabilität, Verlässlichkeit und Innovation. Um weiterhin eine nachhaltige Zukunft des Unternehmens zu gewährleisten, verstärkt Lea Böddecker seit dem 01. Juli 2026 die mb Support Geschäftsleitung an der Seite des Firmengründers Martin Böddecker.

Lea Böddecker ist bereits seit mehreren Jahren Teil des Unternehmens und war in nahezu jeder Abteilung – vom Service Center über Marketing und Consulting bis zum Support – tätig. Erfahrungen sammelte die zielstrebige und ambitionierte Jungunternehmerin neben einem Masterstudium im Insurance & Risk Management in London auch in großen Maklerhäusern. So kann sie nicht nur ihre praxisnahen Erfahrungen direkt in die Entwicklung von Softwarelösungen einfließen lassen, sondern versteht auch die Bedürfnisse und Perspektive der Kunden. Mit ihrem Einstieg in die Geschäftsführung setzt man konsequent auf Kontinuität, Innovationskraft und die langfristige Ausrichtung des Unternehmens.

„Für mich steht vor allem eines im Mittelpunkt: mb Support weiterzuentwickeln. Wir sind ein großartiges Team mit unglaublich viel Know-how, Erfahrung und Engagement – genau das macht uns aus. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, unsere Stärken weiter auszubauen, neue Ideen voranzubringen und dafür zu sorgen, dass wir auch in Zukunft ein innovativer und verlässlicher Partner für unsere Kunden bleiben.“ – Lea Böddecker, Geschäftsleitung mb Support GmbH

Mit der Erweiterung der Geschäftsleitung werden zugleich die nächsten strukturellen Entwicklungsschritte vorbereitet. Nach mehr als 22 Jahren erfolgreichen Unternehmensaufbaus, gibt es nun eine strategische und organisatorische Neuausrichtung. Interne Prozesse werden stetig optimiert, wodurch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden kann. Im Fokus stehen zudem der weitere Ausbau der internationalen Marktpräsenz, die Entwicklung innovativer Technologien wie z. B. Im Bereich künstliche Intelligenz sowie die konsequente Erweiterung einer offenen Systemstruktur durch den Development Hub für APIs oder zusätzlichen Bereitstellungsoptionen wie SaaS-Modelle (Software as a Service).

Die Berufung Lea Böddeckers in die Geschäftsleitung erfolgt bewusst in dieser Phase der Neuausrichtung. Mit ihrer Kombination aus fundierter akademischer Ausbildung, aktueller Branchenexpertise und praktischer Erfahrung bringt sie neue Perspektiven und Impulse in die Unternehmensentwicklung ein.

#BiPROverbindet – aufregende BiPRO-Tage 2026

20 Jahre BiPRO – was für ein Meilenstein. Auch wir waren in Neuss vor Ort, um mit Kollegen und Experten aus der Branche über reibungslose Prozesse und Normen zu diskutieren. 

Die BiPRO Tage 2026 haben uns gezeigt: erfolgreiche Digitalisierung funktioniert nur gemeinsam! Die Versicherungsbranche steht weiterhin vor Herausforderungen in Bezug auf den standardisierten Datenaustausch. Jedoch bewegt man sich gemeinsam Schritt für Schritt in die richtige Richtung. 

Besonders deutlich wurde erneut, dass saubere Datenstrukturen, verbindliche Standards und funktionierende Schnittstellen die Grundlage für optimierte Datenqualität bilden. Im Fokus lag auch künstliche Intelligenz, die weiterhin unterstützend, aber noch nicht als tragfähige Basis agiert. 

Umso wichtiger war das Motto „BiPRO verbindet“, denn ein offener und produktiver Austausch zwischen Versicherern, Maklern und Dienstleistern kann durch gute Zusammenarbeit eine echte Transformation zur nächsten Digitalisierungsstufe ermöglichen.

Was bedeutet digitale Souveränität für Versicherer?

Digitale Unabhängigkeit als Qualitätsmerkmal

Sensible Daten erfordern höchste Datensicherheit und eine souveräne IT-Umgebung. Besonders für Versicherer, die regelmäßig von der BaFIN auf die Einhaltung der DORA-Richtlinien geprüft werden, oder ISO-zertifiziert sind, ist die Datensouveränität nicht nur ein „Nice-to-have“, sondern eine existenzbedrohende Hürde, wenn sie keine Rolle im Unternehmensalltag spielt.

Wie Versicherer Datensouveränität erreichen können

Das Ziel der digitalen Souveränität ist dabei das Zusammenspiel aus Datenhoheit und Transparenz. Um dabei erfolgreich zu sein, muss man bewusste Entscheidungen im Spannungsfeld von Leistung, Autonomie und Kosten treffen.

Ihr Weg zur Datensouveränität als Versicherer:

DORA-Konformität und Zertifizierungen (z. B. gemäß ISO 27001) unterstützen Sie bei Ihrer digitalen Reise zur Datensouveränität, jedoch sind Datenhoheit und die Fähigkeit der autonomen Steuerung wichtige Mittel zur Unabhängigkeit Ihres Unternehmens.

→ Mehr Infos

Offlane gibt Vollgas

„Offlane“ gibt Vollgas im Tuning Business!

Mit der Unterstützung von openVIVA präsentiert OCC Assekuradeure seine neue Marke im Sektor für Spezialfahrzeuge

Mit großer Freude feiern wir den Release der frisch gestarteten Marke Offlane im Bereich der Kfz-Versicherungen. Wir gratulieren herzlich zum erfolgreichen Go-Live! Marken aus der Welt von „OCC Assekuradeurs GmbH“ – wie „Classic Cars“ oder „Campingfreunde“ – setzen bereits auf openVIVA. Deshalb freut es uns umso mehr, dass uns OCC nun auch für ihre neue Marke erneut das Vertrauen schenkt und sind stolz, dass wir als Unterstützer des Projektes, den Weg von „Offlane“ begleiten dürfen.

Als Teil der OCC Assekuradeurs GmbH positioniert sich die Marke „Offlane“ klar in einer besonderen Nische der Kfz-Versicherungswelt mit besonderen Fokus auf Spezialfahrzeuge aus der Tuning-Szene. Das Team rund um Dennis Nagel hat seine Begeisterung dabei zum Beruf gemacht und versteht nicht nur die Tuning-Community sondern auch das präzise Versicherungsangebot, das diese Nische benötigt. 

Mit mb Support dürfen wir „Offlane“ auf dieser Reise technisch unterstützen. Unser Team konnte mit Expertise und Innovation eine maßgeschneiderte Tarifstrecke entwickeln. Da wir seit Jahren mit den Marken aus der OCC-Welt arbeiten, starteten wir mit einer besonders starken Ausgangsposition. Zusätzlich haben wir für die junge Marke die technische Grundlage für das Kundenportal geschaffen. Das Ergebnis ist eine digitale Infrastruktur, die die Marke „Offlane“ stärkt und ihren Kunden ein modernes, nahtloses Nutzererlebnis bietet. Ein wesentlicher Vorteil zeigt sich hier auch für die Vermittler von OCC, die über das Vermittlerportal unmittelbar Zugriff auf bereits vorhandene Datensätze erhalten.

Nach diesem großartigen Startschuss blicken gespannt auf die weitere Entwicklung von „Offlane“ und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Mehr Infos:
www.offlane.eu
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Zwei ineinandergreifende orange Vierecke, dynamisch nach oben gerichtet und auf einen dunkelgrauen Würfel gestützt
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